Vor 14 Tagen wurde im Radiosender MDR Figaro diskutiert, ob Schüler überhaupt noch Gedichte lesen und kennen. Erste Befragungen an Thüringer Schulen bestätigten die Befürchtung des Moderators, dass dies wohl eher nicht der Fall ist. An der Mittagsdiskussion konnte ich mich nicht beteiligen, weil ich Unterricht geben musste, aber ich schrieb eine E-Mail über den Umgang mit Gedichten am Friedrichgymnasium und lobte unsere Wettbewerbskultur. Leider habe ich nicht erfahren, ob unsere Gepflogenheiten beim Radiogespräch eine Rolle spielten oder nicht.

 Eines aber wird jedes Jahr aufs Neue deutlich. Unsere Schule besitzt ein Gewächshaus für Lyrikexperten und Rezitatoren. Die Besten aus den Klassenstufen 8-12 trafen sich am Montag, dem 20.12. 2010, in der Aula des Friedrichgymnasiums, um ihre Gedichte zum Thema „Von fremden Menschen und Ländern“ vorzutragen. Interessant waren die unterschiedliche Sichtweisen und demzufolge auch die Vielfalt der Texte. So spielten Reiseeindrücke (Island, New York, Römische Impressionen), Bewunderung für fremde Menschen und Rituale (Spanische Tänzerin), Sehnsucht nach der Ferne und dem Traum vom Abenteuer (Ein Ritt durch Afrika) eine wichtige Rolle. Aber auch kritische Texte zum Thema Fremdheit wurden vorgetragen. Was empfinden Ureinwohner, wenn sie entdeckt und erobert werden (Die drei Indianer), warum muss jemand ein Land verlassen (Laotse auf dem Weg in die Emigration) oder wann wäre unser Planet frei für ungestörtes Reisen (Die Erde wär ein Paradies)? Ganz aktuell scheinen die Gedichte von Theodor Fontane „Trauerspiel von Afghanistan“ oder von Anette von Droste-Hülshoff „An die Weltverbesserer“ zu sein. Selbst die Fremdheit des eigenen Ichs (Das Spiegelbildgespräch) wurde hinterfragt.


29 Schüler stellten sich dem Wettbewerb und offerierten uns einen schönen Lyriknachmittag. Folgende Ergebnisse wurden erreicht:


Das Prädikat „Ausgezeichnet“ erhielten: Linda Pester 11/1, Stephanie Lösch 12/3, Maja Schulz 11/1, Elisabeth Granert 11/3, Meike Hedtke 11/3, Trang Huyen Le Thi 11/3, Philipp Köhler 11/1, Tina Jung 8b sowie Elisa Vogler 8s1


Das Prädikat „Sehr gut“ erreichten: Elisabeth Jäckel 8a, Meline Rothe 8b, Sophie Schädlich 8s2, Marie Günther 9a, Luise Hischke 9a, Nico Meißner 9a, Kristina Shchegolkov 9a, Van Ahn Nguyen Thi 10a, Victoria Hauck 10a, Celina Sachasch 10b, Ulrike Wolf 10b, Gesine Eichapfel 12/1, Jessica Lukajewski 12/3, Ronja Schneider 12/3


Das Prädikat „Gut“ bekommen folgende Schüler zuerkannt: Oliver Grimm 8a, Robin Hänsel 8a, Florian Voos 8b, Tony Renzel 8s1, Patricia Findeisen 8s1, Marleen Illgen 9a


Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und an die Jury, Frau Hanke, Frau Kröber und Frau Richter sowie an Herrn Lahr als Direktor, Bühnenbildner und Fotograf.