Am 22.02.10 erwarteten wir ganz besondere Gäste. Leicht irritiert, aber auch gespannt reagierten wir als der Schauspieler Jochen Paletschek die Tür mit den Worten: "Wer jetzt noch pissen muss, hat Pech gehabt!" abschloss und somit das Schauspiel begann. Rund 45 Minuten lauschten wir dann dem Stück "Amok" welches seine Premiere in unserem Klassenzimmer erlebte.

Mit zum Teil tragischen, irritierenden und durchaus spannenden Szenen überraschte er uns von Minute zu Minute. Er integrierte sein Publikum und sprach konkret die Lehrer an. Zudem schlüpfte er in viele verschiedene Rollen. Die der Mutter/Eltern, der Freunde, der Opfer, des Reporters, der Lehrer, der Mitschüler und schließlich auch die des Täters. Es war durchaus fesselnd, mit der Denkweise eines Amokläufers konfrontiert zu werden. An manchen Stellen wirkte er krank, an anderen hilflos oder nachvollziehbar, doch stets allein. Das Stück löste viele verschiedene Emotionen in Klasse 10b aus. Es sollte schockieren und Schülern die Augen öffnen, zeigen wie wichtig es ist wachsam zu sein. In der folgenden Diskussionsrunde wurden uns Fragen gestellt wie: "Wart ihr auch schon einmal in einer scheinbar aussichtslosen Situation?" oder "Was tut ihr, wenn es euch schlecht geht?" Für mich war diese Vorstellung sehr interessant, aber zugleich beunruhigend. Die Tatsache, dass solche Amokläufe jeden von uns jeder Zeit treffen können, wurde in diesem Moment besonders deutlich. Wir hören ständig von solchen Vorfällen. Aber verdrängen die Gefahr. Wie sonst, wäre wohl auch ein angstfreier Schultag möglich?

Hiermit möchten wir uns bei unserer Klassenlehrerin Frau Link bedanken welche kurzerhand unser Klassenzimmer zum Theater umfunktionierte.